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Der liegende Eiffelturm der Lausitz

Besucherbergwerk F60

In Lichterfeld steht ein Gigant der Technik: 502 Meter lang, 204 Meter breit, 80 Meter hoch und 11.000 Tonnen schwer. Es ist wohl eines der imposantesten Bauwerke in der Lausitz. Das Besucherbergwerk F60 steht gleichermaßen für Geschichte und Gegenwart des Braunkohlenbergbaus im Lausitzer Braunkohlerevier.

Nach nur 13 Monaten Betriebszeit zur Sprengung verurteilt

Als letzte von fünf Abraumförderbrücken dieser Serie wurde die F60 von 1989 bis 1991 erbaut und im März 1991 in Betrieb genommen. Sie diente der Freilegung der Braunkohle und beförderte den Abraum, jene Erdmassen, die über den Kohleflöz lagern. Der gewaltige Stahlgigant förderte insgesamt 27 Millionen Kubikmeter Erde. Die maximale Abtragshöhe war 60 Meter, woher die Förderbrücke auch ihren Namen hat.

Im Juni 1992, nach nur 13 Monaten Betriebszeit, wird die F60 aus energiepolitischen Gründen stillgelegt. Der Tagebau Klettwitz-Nord geschlossen und die Sprengung der F60 vorbereitet. Der Gemeinde Lichterfeld und einer Architektin aus Senftenberg ist es zu verdanken, dass uns die Abraumförderbrücke F60 heute als imposantes Symbol für die Industriegeschichte und den Strukturwandel erhalten geblieben ist.

Besucherbergwerk F60 bei Sonnenuntergang Foto D. Seidel

 

Spektakuläre Führungen über das Besucherbergwerk F60

Die ehemalige Abraumförderbrücke ist heute das begehbare Besucherbergwerk F60. Informativ und spektakulär sind die verschiedenen Führungen über den Stahlgiganten bis zu einer Plattform in eine Höhe von 74 Metern, die einen fantastischen Rundblick über die Lausitz als Belohnung für den Aufstieg bereithält. Mit dabei sind der „Kanzlerblick“ – eine Plattform in 20 Metern Höhe, die nach einem Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2000 den schmückenden Beinamen träg. Oder der Blick ins „Gehirn“ der F60, dem Leitstand und Rechnerhaus, der einen informativen Eindruck in die Steuer- und Regeltechnik der 80er Jahre vermittelt. Mystisch, die Nachtlichtführung. Stahl trifft auf Licht, Farben und geheimnisvolle Arbeitsgeräusche.

Atemberaubende Kulisse für Open-Air-Konzerte, Shows und Sportevents

Im Sommer avanciert der riesige Stahlkoloss zu einer spektakulären Bühne und Showkulisse und zieht jährlich Tausende Gäste nach Lichterfeld. Im Besucherbergwerk F60 finden Konzerte verschiedener Genres, Shows und Sportevents statt. Jährlich wiederkehrende Events wie die PYROGAMES und das Celtic Music Festival sind eine feste Größe im Veranstaltungsplan.

Besucherbergwerk F60 Philharmonic Rock Foto J. Vetter

 

Klangvolle Beiname „Liegender Eiffelturm der Lausitz“

Doch woher kommt der Name „Liegender Eiffelturm der Lausitz“? Ausschlaggebend für diesen Vergleich sind die sich ähnelnde Stahlkonstruktion und die beachtlichen Maße der F60. Würde diese senkrecht gestellt werden, überragt sie den Eiffelturm, der mit Antenne 324 Meter misst, um 178 Meter. Auch mit den ca. 11.000 Tonnen übertrifft die F60 das Stahlgerüst des Eiffelturms um 3.700 Tonnen. Nur hinsichtlich des Alters und den Millionen Touristen muss sich das Besucherbergwerk F60 geschlagen geben. Aber ansonsten braucht es den Vergleich nicht scheuen…

Landschaftsschutzgebiet Lausitzer Seenland

Mitten im Herzen der Lausitz liegt das Lausitzer Seenland, eine eindrucksvolle Wasserwelt, die durch die Flutung früherer Tagebaue entstanden und ein weitläufiges Landschaftsschutzgebiet geworden ist.

Zentrum des sozialen Lebens Gartenstadt Marga

Die Gartenstadt Marga ist Deutschlands älteste Siedlung dieser Art. Sie befindet sich in Senftenberg, im Ortsteil Brieske und wurde zwischen 1907 und 1915 im späten Jugendstil als Werkssiedlung errichtet.