Niederlausitzer Bergbautour

Die Landschaft der Niederlausitz ist eine einzigartige Landschaft, die tief vom Braunkohletagebau geprägt wurde. Der Legende nach schuf Gott die Lausitz, doch der Teufel versteckte die wertvolle Kohle tief in der Erde. Die Bergleute fanden sie dennoch und die Braunkohlegruben trugen zu einem erheblichen industriellen Aufschwung der Region bei. Die ehemaligen Tagebaue wurden inzwischen stillgelegt, viele wurden geflutet und in der Region ist so ein wunderschönes Wasserparadies entstanden, das heute als Naherholungsgebiet genutzt wird. Wer sich für diese außergewöhnliche Geschichte interessiert, findet auf zahlreichen Themenradwegen jede Menge spannende Informationen über das Lausitzer Seenland als Bergbaufolgelandschaft sowie Aussichtspunkte an den jeweiligen Tagebauen.

Mit dem Teufelchen durch die Lausitz

Das Teufelchen, das die Braunkohle in der Erde versteckte, spielt eine große Rolle in der Sagenwelt der Lausitz. Auch auf der Niederlausitzer Bergbautour lädt der rote Rekord-Teufel zum Radeln ein, der Ihnen auf den Streckenschildern den Weg über die insgesamt 500km langen Radstrecken durch das Braunkohlerevier weist. Das Wegenetz dieser Tour ist sehr gut ausgebaut und asphaltiert. Es erstreckt sich größtenteils in der brandenburgischen Lausitz, wo Sie sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch 150 Jahre Bergbaugeschichte begeben können.

Zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Strecke eröffnen Ihnen imposante Ausblicke auf meterhohe Tagebaugeräte in den wenigen noch aktiven Gruben, über stillgelegte Kraftwerke und Brikettfabriken und die schier unendliche Weite der umliegenden Landschaft. Hier offenbart sich eine interessante Welt, die Ihnen einiges über die Technikgeschichte und das Leben der Bergleute erzählt. Natürlich hat auch die aus der Flutung einstiger Gruben neu entstandene Wasserlandschaft ihren ganz eigenen Reiz. Hier erwartet Sie eine Mischung aus malerischen Orten und imposanten Zeugnissen der Industriekultur.

Die Umgebung entdecken

Das Wellnesshotel Seeschlößchen ist der ideale Ausgangspunkt für die Niederlausitzer Bergbautour. Starten Sie in Senftenberg am Senftenberger See und entdecken Sie direkt einen der gefluteten Seen, an dessen Stelle vor Jahrzehnten noch der Tagebau das Landschaftsbild dominierte. Nur einige Kilometer entfernt können Sie auch den Großräschener See finden, an dessen Ufer sich die architektonisch einmaligen IBA-Terrassen befinden. Auch lohnt sich ein Abstecher in die Energiefabrik Knappenrode und in das Bergbaumuseum, in dem Sie erfahren, wie die gewonnene Kohle zu Briketts verarbeitet wurde.

Wenn Sie von hier aus weiter nach Cottbus radeln, ist ein Besuch des Branitzer Parks empfehlenswert, welcher von Fürst Pückler-Muskau gestaltet wurde und heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Hier erwartet Sie Landschaftskunst voller Extravaganz. Von Cottbus aus erreichen Sie auch wunderschöne Strecken durch das Biosphärenreservat Spreewald, wo Mensch und Tier in naturnaher Tradition in Eintracht zusammenleben. Die endlosen Verzweigungen der Spree ergeben ein märchenhaftes Wasserlabyrinth.

Egal, ob Sie allein mit dem Rad unterwegs sind, zusammen mit einer Gruppe oder mit der Familie fahren – die Niederlausitzer Bergbautour ist für Groß und Klein gleichermaßen geeignet und lädt dazu ein, die faszinierende und abwechslungsreiche Landschaft mit ihren industriellen und kulturellen Höhepunkten zu entdecken. Entlang der Strecke finden Sie auch Bahnhöfe, sodass Sie die Zwischenziele Ihrer Tour beliebig bestimmen und variieren können. So ist beispielsweise auch die alte Tuchmacherstadt Forst (Lausitz) ein tolles Etappenziel. Selbstverständlich lässt sich die Niederlausitzer Bergbautour auch mit verschiedenen anderen Wegen wie beispielsweise der Seenland-Route kombinieren.